Hast du das auch schon mal gesagt?

„Ich hatte eigentlich eine schöne Kindheit.“
„Mir hat eigentlich nichts gefehlt.“

Hast du das auch schon mal gesagt?

Was sich oft hinter diesen Sätzen versteckt:

  • Du möchtest keine Schuldzuweisungen gegenüber deinen Eltern machen, denn sie haben ja ihr Bestes gegeben
  • Es ist sehr schmerzhaft zu erkennen, wo unser Kindes-Ich verletzt wurde, denn dieser Schmerz haben wir jahrelang verdrängt
  • Dir ist vielleicht beigebracht worden: Andere haben es viel schlimmer, dein Schmerz hat keine Gültigkeit

Die Wahrheit ist aber, dass fast jede:r von uns Verletzungen aus der Kindheit in sich trägt.

Deswegen sind deine Eltern nicht automatisch schlecht.
Und es geht auch nicht darum, unsere Verletzungen miteinander zu vergleichen und nach „schlimmheitsgrad“ einzuteilen.
Und deswegen ist deine Kindheit auch nicht nur schlecht gewesen.

Wie sich Verletzungen im Erwachsenen-Leben zeigen kann sehr unterschiedlich sein, je nach dem, was wir erlebt haben und wie unsere Seele darauf reagiert hat. Einige Beispiele:

  • Wir fühlen uns im Leben nicht geborgen
  • Wir haben Mühe, unsere Gefühle zu zulassen
  • Wir haben ein geringes Selbstwertgefühl
  • Wir haben Mühe mit Beziehungen (Verlustangst, Angst vor Nähe, wir geraten oft an die „falschen“ Menschen, etc.)
  • Wir haben Mühe, Grenzen zu setzen
  • Wir haben Mühe zu empfangen oder geben viel zu viel (oder genau das Gegenteil davon ist der Fall)

Das sind nur einige Beispiele, es gäbe noch viel mehr… Und natürlich können all die aufgelisteten Beispiele auch andere Ursachen haben, wie z.B. Ereignisse im Leben, die nicht im Zusammenhang mit den Eltern stehen, oder Erfahrungen aus früheren Leben.

Ehrlichkeit, vor allem sich selber gegenüber, tut manchmal weh.
Doch sie ist der wichtigste Schritt, um unser Leben ins Positive zu wenden.

Damit wir erkennen, wo wir noch aus alten Verletzungen unsere inneren Kindes reagieren, müssen wir den Tatsachen in die Augen schauen. Und dazu gehören auch die Verletzungen, die uns unsere Eltern hinzugefügt haben.

Das macht uns nicht zum Opfer, sondern bringt uns in die Eigenverantwortung.

Es gibt keine perfekte Eltern. Alle machen „Fehler“. Und wir suchen uns als Seele genau die Eltern aus, die uns die Lernfelder bieten, die sich unsere Seele für diese Inkarnation ausgesucht hat.

Mögliche Reaktionen, die wir haben können, wenn wir uns dieser Verletzungen bewusst werden:

  • Leugnung
  • Wut
  • Traurigkeit
  • Verrat
  • Ohnmacht

Was nun?

Es ist wichtig, dass wir all diese Gefühle wertfrei zulassen. Denn nur im Durchfühlen aller Gefühle kann Heilung entstehen.
Schlussendlich geht es darum, aus diesen Erfahrungen zu wachsen.
Und: Um Frieden zu schliessen, um von Schuldzuweisungen weg zu kommen, um Vergebund zu finden, um Dankbarkeit zu finden, um mehr zu seinem wahren Selbst zu finden…
…wollen die Wut und die Trauer erstmals richtig gefühlt werden – es gibt kein Shortcut.

Okay fühlen, aber wie?

Dazu mehr in meinem nächsten Blog-Eintrag.

Wie ist deine Erfahrung mit diesem Thema?
Worüber wünschst du dir, mehr zu erfahren?

In Liebe
Glenda Laila



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